Grüne Gentechnik: Schädling bildet Resistenz gegen transgenen Mais

30.05.2012

Der ürsprünglich in Nord- und Mittelamerika beheimatete Maiswurzelbohrer, Diabrotica virgifera, verbreitete sich als Schädling auch auf europäischen Äckern und sorgte hier für Ernteausfälle und Schäden in Milliardenhöhe. Maishybride, in denen ein Gen des Bacillus thuringiensis integriert wurde, bilden ein Toxin, das die schädlichen Larven des Käfers tötet. Seit 2003 ist diese Sorte kommerziell in den USA erhältlich und wird dort in Verbreitungsgebieten des Maiswurzelbohrers ausgebracht. Der Käfer reagierte nun mit einer Anpassung auf dieses Toxin. Im mittleren Westen der USA wurden transgene Maispflanzen mit Fraßspuren gefunden. Wissenschaftler sind alarmiert, dass sich das resistente Insekt verbreitet, denn bisher wurde keine weitere Sorte entwickelt, die sich gegen den Schädling wehren kann. Geplant war die Ausbringung in begrenzten Gebieten in denen der Großteil der Schädlinge durch das Toxin abgetötet wird und resistente Käfer keine Fortpflanzungspartner finden. Als Ursache für die entdeckte Resistenzbildung wird der zu häufige Einsatz auch in Nicht-Verbreitungsgebieten des Diabrotica virgifera vermutet. Hier können sich Käfer mit einer gebildeten Resistenz mit nicht-resistenten Individuen paaren und so die Resistenz schnell verbreiten. 

Quelle: Handelsblatt, 29.05.2012

Anmerkung:
Weitere Diskussionen zum Thema Grüne Gentechnik sind auch in der aktuellen Ausgabe der ‚Nachrichten aus der Chemie‘ in der Rubrik Pro und Contra lesenswert.

Ulrike Gerecke